Presseberichte STERNWANDERUNG STEWA 2002

Alb Bote - SÜDWEST-PRESSE
Tageszeitung für Münsingen und Umgebung

Montag, 27. Mai 2002

PFADFINDER - Über 800 Pfadfinder aus dem ganzen Land zu Gast

Auf dem Schachen geht die Post ab
Aus ganz Baden-Württemberg trafen sich über 800 Christliche Pfadfinder der Adventjugend von Donnerstag bis Sonntag auf dem Schachen zum Abschlusslager ihrer Sternwanderung.
MARIA BLOCHING


BUTTENHAUSEN - Tagelang waren die Pfadis zu Fuß oder mit Fahrrädern unterwegs und freuten sich nun auf ein Pfadfinderprogramm mit Spielen, Sport, Andacht und Singen, das unter dem Motto "Ich bin dabei - Zukunft ohne Angst" stand.
"Diese Tage sind jedes Jahr aufs neue unvergesslich", beschreibt Stephan Igler, Jugendabteilungsleiter der Adventjugend Baden-Württemberg, das viertägige Pfadfinderlager. Jedes Jahr machen sich zu Pfingsten fast alle der 50 CPA-Gruppen in Baden-Württemberg auf den Weg und kommen aus allen Richtungen sternförmig auf einem Platz zusammen.
Und diese Wanderungen sind das Beste, was das Pfadfinderleben ausmacht: mit Freunden unterwegs, mit dem Bucksack und Zelt in der Natur, jeden Abend ein anderer idyllischer Lagerplatz, Lagerfeuerromantik und Hordentopfessen.
Vergangenes Wochenende fand bereits zum zweiten Mal das Abschlusslager der CPA auf dem Schachen oberhalb Buttenhausen statt und an Beschaulichkeit war hier nicht zu denken. "Wenn über 800 Pfadfinder auf einem Haufen zusammenkommen, dann geht schon mal die Post ab", weiß Igler, in dessen Händen die Gesamtorganisation lag. "Wir wollen viele Freunde treffen, vor allem aber auch unserem Freund Jesus Christus persönlich begegnen, ihn erfahren und besser kennen lernen." Die Christlichen Pfadfinder sehen das Leben und die Welt, die den Raum zum Leben bildet, als Geschenke Jesu, die viele Chancen bieten. Sie reden über ihn, lesen in der Bibel und versuchen, nach seinem Vorbild zu leben. Als Pfadfinder fühlen sie sich wohl in der Natur. Sie wollen Zusammenhänge verstehen, um bewusster mit der Natur zu leben und sie schützen zu können.
Die CPA kann sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Als die erste eigene baden-württembergische Sternwanderung 1991 organisiert worden war, wurden rund 230 Teilnehmer gezählt. In diesem Jahr waren es über 800 Pfadis und Stephan Igler ist davon überzeugt, dass im nächsten Jahr die vierstellige Zahl erreicht werden kann. "Die Menschen vergraben sich in der Technik. Echte Abenteuer, Miteinander und Gemeinschaft werden immer seltener", so Igler. Die Christlichen Pfadfinder der Adventjugend wehren sich erfolgreich mit kurzweiligen, attraktiven und kreativen Angeboten gegen diese Erlebensarmut. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht, Gaben und Fähigkeiten zu fördern. "In der heutigen Zeit grassiert eine Epidemie an Minderwertigkeitsproblemen", führt Igler aus. Die Pfadfinder könnten sich Stück für Stück entwickeln, Verantwortung übernehmen und Gott konkret erfahren. In der Gemeinde treffen sich die Gruppen meist 14-tägig zu Andachten, Bibelarbeiten, Erlebnisprogrammen und rühren mehrere Lager durch. Das Abschlusslager der Sternwanderung ist ein Höhepunkt im Jahr, den sich die wenigsten entgehen lassen. Jede der 45 teilnehmenden Gruppen versorgte sich während der vier Tage selbst. Die sieben Lagerbereiche waren in Unterlager aufgeteilt.
Das Programm war vielseitig und hatte sowohl für die kleinsten Pfadis unter acht Jahren als auch für die "Scouts" über 16 Jahren allerhand Interessantes zu bieten. Die Teilnehmer konnten in Workshops Jonglierbälle herstellen und Jonglieren üben, alternative Musikinstrumente fertigen, eine Fackel bauen, einen Spätzle-Kochkurs absolvieren, Freundschaftsbänder knüpfen und Schlüsselanhänger basteln, Drachen bauen, Grundmaßnahmen der Ersten Hilfe erlernen oder an einem Tanzkurs teilnehmen. Parallel zu diesen Workshops baute jedes Unterlager ein Lagertor, das von einer Jury beweitet wurde. Höhepunkt des Lagers war die Tauffeier einiger erwachsener Täuflinge am Samstag im Rahmen eines Gottesdienstes.
Im Mittelpunkt der gesamten vier Tage stand das Miteinander in Gesprächen und in Andachten. "Ich bin dabei - Zukunft ohne Angst" ließ auch die Ereignisse des 11. September letzten Jahres und den Amoklauf des Erfurter Schützen vor wenigen Wochen nicht außen vor. "Diese Ereignisse verdeutlichen uns, in welcher Zeit wir leben und lassen in uns vielleicht auch Angst entstehen und fragen, was da noch alles kommen mag", gab Igler zu bedenken. Hier gelte es, mit Jesus diese Angst zu bewältigen, um mit Freude und Optimismus in die Zukunft zu blicken. "Diese Zukunft beginnt schon hier auf dem Schachen und wir wollen sie gemeinsam begrüßen", forderte Igler die Pfadfinder auf.

Adventisten

Am Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Europa und den Vereinigten Staaten religiöse Bewegungen, in denen Menschen zu einem persönlichen Glauben an Jesus Christus kamen. Eine dieser Bewegungen war die "Große Erweckung" um 1840, bei der der Glaube auf eine baldige Wiederkunft Jesus Christus eine große Rolle spielte. 1863 organisierte sich die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und gab sich die Form einer Freikirche. Die Siebenten-Tags-Adventisten verstehen sich als Erben der Reformation und erkennen nur die Heilige Schrift als Grundlage für ihren Glauben. Sie betonen eine Lebensführung, die sich an der Bibel orientiert. Sie freuen sich über das Leben, das Gott ihnen schenkt, leben weder asketisch noch ausschweifend. Rausch- und Genussgifte werden gemieden, die Adventisten setzen sich dafür ein, Menschen von Alkohol, Nikotin und anderen zerstörenden Bindungen zu befreien. In eigenen Schulen bemühen sie sich um eine ganzheitliche Erziehung für Kinder und Jugendliche, um sie für ein christliches Leben vorzubereiten. Die Adventjugend ist die Jugendorganisation der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Auf der ganzen Welt gibt es die Christlichen Pfadfinder der Adventjugend, die aktive Jugendarbeit auf der Grundlage des christlichen Glaubens praktizieren.


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