Janine beim Pony
im Kampf mit dem elektrischen Weidezaun |
Schon seit Wochen hatten
wir schlechtes Wetter, zwei Tage Dauerregen am Donnerstag und
Freitag und auch keine besseren Aussichten für das Wochenende.
Aber schlechtes Wetter war noch nie ein Hindernis für einen
echten Pfadfinder auf Tour zu gehen.
Vielleicht hatten wir je
doch einige Zweifel ob wir uns wirklich ein verregnetes Wochenende
antun sollten, aber drei gute Gründe sprachen dafür:
1. Unser Lager sollte auf unserem CPA-Zeltplatz in Busenweiler/Aischfeld
bei Dornhan stattfinden, und der bietet neben einer Wiese auch
eine große Scheune, so daß wir nicht unbedingt Zelten
mußten.
2. Unser Frühlingslager ist immer ein Test für die
STEWA, und die findet auch bei jedem Wetter
statt. Besonders für unsere STEWA-Neulinge ist es wichtig
sich gut auf sie vorbereiten zu können und wenn sie den
Ernstfall jetzt schon kennenlernen, dann kann sie auf der eigentlichen
Wanderung nicht mehr viel entmutigen.
3. Wir wollten nicht allein aufs Lager. Wir hatten uns mit den
Tübinger und Ostfildener CPA-Gruppen zum Stewa-Test verabredet,
und da wollten wir uns doch keine Blöße geben.
Als wir auf dem Platz am
Freitag Abend ankamen, war die Wiese vom Dauerregen eingeweicht
und keiner von uns hatte wirklich Lust, ein Zelt aufzubauen und
darin zu Schlafen. Viel zu verlockend war die Aussicht statt
im feuchtkalten Zelt, im warmen Heu der Scheune zu schlafen.
Auch die anderen Gruppen waren derselben Ansicht und so richteten
wir uns unser Lager im Heu ein. Am Abend fanden alle 50 Teilnehmer
unseres Wochenendlagers einen trockenen Schlafplatz. Da auch
an Lagerfeuer nicht zu denken war, trafen wir uns zur Abendandacht
im Geräteschuppen. Die Temperatur um die 8°C konnte
unsere Stimmung nicht dämpfen. Wir rückten ganz eng
zusammen und wärmten uns gegenseitig, sangen Lieder, lauschten
der Andacht und beschlossen den Abend bei ein paar Salzstangen,
Chip und Schokolade.
Die Nacht war kalt, zum Glück
isolierte das Heu die schlimmste Kälte. Der Samstagmorgen
dämmerte genauso kalt, trübe und verregnet, wie der
Vortag geendet hatte. Den Gottesdienst wieder im kalten Geräteschuppen
zu verbringen war keine ermutigende Aussicht. Wir bekamen die
Einladung, den Gottesdienst in der Adventgemeinde in Busenweiler
zu besuchen. Nicht gerade der geplante CPA-Gottesdienst im Freien,
aber dort war es wenigstens warm. Die Scouts und älteren
Pfadfindern füllten so nach dem Frühstück den
Gemeindesaal, während die Jungpfadfinder mit David zum Kindergottesdienst
in den unteren Mehrzweckraum verschwanden.
Das Mittagessen war wieder
ein Highlight. Das Beste, was so eine Pfadi-Küche hergibt
wurde zum Pottluck zusammengelegt und mit viel Genuß niedergemacht.
Am Nachmittag war eine Wanderung
als Test für die STEWA geplant. Die fiel aber den Dauerregen
zum Opfer und wurde auf Sonntag morgen verschoben, in der Hoffnung,
vielleicht am nächsten Tag ein wenig Trockenheit zu bekommen.
Aber was tun? Herrman Blocher, unser Gastgeber, hatte in seiner
Scheune mehrere Lagen mit Heuballen eingelagert. In der untersten
Ebene hatte er dabei ein Labyrinth entstehen lassen, das nun
in aller Ruhe erkundet werden sollte. Sobald man in das Labyrinth
eintauchte, war nichts mehr von der Umwelt zu hören und
zu sehen. Etwa 150m Höhlengänge, Sackgassen und Nischen
galt es zu erforschen. Die Mutigen versuchten es ohne Taschenlampe
und lernten den Tastsinn ganz neu gebrauchen. Weniger Mutige
banden beim Eingang ein Seil fest, das ihnen den Ausgang zeigen
sollte. Jung oder Alt, Pfadfinder oder Leiter, kaum einer konnte
sich diesem besonderen Erlebnis entziehen. Allein unserer heuschnupfengeplagten
Allergiker mußten auf dieses Vergnügen verzichten.
Wenn das Wetter schon nicht
gut war, das Essen war es: Kuchen und Kakao zwischendurch.
Danach gab es einen Workshop
der besonderen Art: Lagermöbelbau auf der Festzeltgarnitur.
Mit Schaschlikspießen und Gummibändern wurden Modelle
der sonst großen Lagermöbel gestalltet. Hollywood-Schaukeln,
Flöße, Feuertische, oder ganz eigenwillige Gebilde
wie Eifelturm, Würfel, usw. wurden gebaut. Das Gute an diesen
Gebilde war, man konnte sie mit nach Hause nehmen.
Nach dem Abendessen trafen
wir uns zum gemeinsamen Spiel und Andacht im Geräteschuppen.
Trotz Temperaturen um die 7°C war die Stimmung super. Echte
Pfadfinder sind halt durch nichts kleinzukriegen.
Die Nacht war noch ein wenig
kälter als die davor, den neben der unangenehmen Temperatur
kam nun noch ein böiger Wind hinzu, der durch die Ritzen
der Scheune drang. Als der Morgen graute, hatte der Dauerregen
ein Ende. Der Himmel war zwar mit tiefhängenden Wolken bedeckt
die schnell ostwärts zogen, aber die Straße was vom
Wind schon trockengeblasen worden.
Nach dem Frühstück
wagten wir uns also endlich an unseren Stewatest. Die Wanderung
ging in etwa 90 Minuten über 6 km. Zwar keine rekordverdächtige
Geschwindigkeit, aber ein Paar unserer Neulinge brachte das an
die Grenze ihrer Kraft. Zumindest wissen wir jetzt, was uns auf
der STEWA erwartet. Die Wanderung hatte noch eine weitere Überraschung
- Zwei Wolkenlöcher die uns für 10 Minuten Sonne schenkten.
Nach dem Mittagessen ging
es wieder ans Aufräumen, Einpacken und Verabschieden.
Zusammen mit den Freudenstädter
und Schorndorfer CPA werden wir auf dem STEWA-Abschlußlager
in einem Unterlager zusammensein. Dazu wollten wir uns auf diesem
Lager besser kennenlernen. Das schlechte Wetter hat dazu beigetragen,
daß unsere Gruppen ein wenig nähergerückt sind.
Am Ende waren wir uns einig: Das Lager war Super und keiner hätte
er missen wollen.
Auf Wiedersehen auf der STEWA.
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Lagermöbel in Miniatur
Unsere Jungpfadies sind voll
dabei |